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Gefährdungsbeurteilung Pflege — kostenlos erstellen

Pflegekräfte sind besonderen Gefährdungen ausgesetzt. Nutzen Sie unsere branchenspezifischen Vorlagen oder erstellen Sie Ihre GBU mit KI-Unterstützung — Heben, Infektionsschutz, psychische Belastung inklusive.

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Gefährdungsbeurteilung Pflegenach § 5 ArbSchG · BGW
  • Heben & LagernRisiko hoch

    Lifter, Rutschbretter und höhenverstellbare Betten bereitstellen

  • NadelstichverletzungenRisiko hoch

    Sichere Instrumente mit Schutzmechanismus und Abwurfbehälter in Reichweite

  • InfektionsgefahrRisiko hoch

    Isolierzimmer und Händedesinfektionsspender an allen Arbeitsplätzen vorsehen

  • Psychische BelastungRisiko hoch

    Ausreichende Personalbemessung und verlässliche Dienstpläne anstreben

Auszug aus der Vorlage · 6 Gefährdungen · 18 Schutzmaßnahmen

Überblick

Gefährdungsbeurteilung Pflege: das Wichtigste in Kürze

Die Gefährdungsbeurteilung in der Pflege erstellt der Träger von Krankenhaus, Pflegeheim oder ambulantem Dienst; sie muss biologische Arbeitsstoffe nach BioStoffV, Nadelstichverletzungen, Patiententransfer, Gefahrstoffe und Feuchtarbeit, Schicht- und Nachtarbeit, psychische Belastung sowie Gewalt durch Patienten erfassen. Bei infektionsgefährdenden Tätigkeiten ist zusätzlich eine Schutzstufe nach TRBA 250 zuzuordnen.

Besonders ist die Vielfalt der Arbeitsorte: Stationsarbeit, Intensivpflege, Wohnbereiche und die Versorgung in fremden Privatwohnungen haben jeweils eigene Risiken. In der ambulanten Pflege kommen Alleinarbeit, Fahrten und unbekannte Wohnverhältnisse hinzu.

Zentrale technische Maßnahme ist der Einsatz sicherer Instrumente mit Stichschutzmechanismus, die TRBA 250 grundsätzlich verlangt. Für Schwangere ist nach § 10 MuSchG vorab festzulegen, welche Tätigkeiten wie Umgang mit Zytostatika oder infektiösem Material noch zulässig sind. Hautschutz bei Feuchtarbeit ist nach TRGS 401 Teil der Beurteilung.

Gefährdungen & Maßnahmen

Typische Gefährdungen: Pflege

Die 6 wichtigsten Gefährdungen mit Risikoeinschätzung und Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip. Diese Einträge sind in der Vorlage bereits vorbefüllt.
  1. Heben & Lagern

    Risiko hoch

    Patienten heben, umlagern, mobilisieren — Rückenbeschwerden sind die häufigste Berufskrankheit in der Pflege.

    Maßnahmen: Lifter, Rutschbretter und höhenverstellbare Betten bereitstellen · Transfers zu zweit planen, Mobilisationsbedarf in Pflegeplanung festhalten · Schulung in rückengerechter Arbeitsweise, z. B. kinästhetische Methoden

  2. Nadelstichverletzungen

    Risiko hoch

    Kanülen, Lanzetten, Skalpelle — Verletzungen mit kontaminierten Instrumenten können HIV, Hepatitis B und C übertragen.

    Maßnahmen: Sichere Instrumente mit Schutzmechanismus und Abwurfbehälter in Reichweite · Kein Recapping, Notfallablauf nach Stichverletzung aushängen · Hepatitis-B-Impfung anbieten, Schutzhandschuhe bei Blutkontakt tragen

  3. Infektionsgefahr

    Risiko hoch

    MRSA, Norovirus, Tuberkulose — Pflegekräfte sind Erregern täglich ausgesetzt. Hygienepläne und PSA sind Pflicht.

    Maßnahmen: Isolierzimmer und Händedesinfektionsspender an allen Arbeitsplätzen vorsehen · Hygieneplan umsetzen, Informationsweitergabe zu infektiösen Patienten sicherstellen · Kittel, Handschuhe und FFP2-Masken je nach Erreger bereitstellen

  4. Psychische Belastung

    Risiko hoch

    Schichtarbeit, Personalmangel, Tod und Leid — emotionale Erschöpfung und Burnout sind im Pflegeberuf weit verbreitet.

    Maßnahmen: Ausreichende Personalbemessung und verlässliche Dienstpläne anstreben · Supervision, Fallbesprechungen und Rückzugsmöglichkeiten anbieten · Schichtfolgen ergonomisch gestalten, z. B. vorwärts rotierend

  5. Gefahrstoffe

    Risiko mittel

    Desinfektionsmittel, Zytostatika, Formalin — Hauterkrankungen durch Feuchtarbeit und chemische Belastung.

    Maßnahmen: Zytostatika zentral und geschlossen zubereiten lassen · Hautschutzplan erstellen, Feuchtarbeitszeiten durch Tätigkeitswechsel reduzieren · Geeignete Schutzhandschuhe und Hautpflegemittel zur Verfügung stellen

  6. Gewalt & Aggression

    Risiko mittel

    Übergriffe durch demenzkranke oder verwirrte Patienten — Deeskalation und Schutzkonzepte sind notwendig.

    Maßnahmen: Notrufsysteme und Fluchtmöglichkeiten in Patientenzimmern einrichten · Deeskalationskonzept, Meldewege und Nachsorge nach Übergriffen festlegen · Deeskalationstraining für Beschäftigte regelmäßig durchführen

Rechtsgrundlagen

Warum Pflege eine eigene GBU braucht

Pflegekräfte gehören zu den am stärksten belasteten Berufsgruppen in Deutschland. Rückenbeschwerden durch Heben und Lagern, Nadelstichverletzungen, Infektionsrisiken und psychische Belastung durch Schichtarbeit und emotionale Beanspruchung sind alltäglich. Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) mit über 8 Millionen Versicherten fordert eine vollständige, regelmäßig aktualisierte Gefährdungsbeurteilung.
  • BioStoffVBiostoffverordnung

    Verlangt Schutzstufenzuordnung, Hygienemaßnahmen und Betriebsanweisungen für Tätigkeiten mit infektiösem Material.

  • TRBA 250Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen

    Fordert insbesondere sichere Instrumente, durchstichsichere Abwurfbehälter und ein Verfahren nach Stichverletzungen.

  • TRGS 401 / TRGS 525Hautkontakt / Gefahrstoffe in der medizinischen Versorgung

    Regeln Feuchtarbeit und Hautschutz sowie den Umgang mit Zytostatika und Desinfektionsmitteln.

  • MuSchGMutterschutzgesetz

    Verpflichtet nach § 10 zur anlassunabhängigen Beurteilung jedes Arbeitsplatzes auf Gefährdungen für Schwangere und Stillende.

  • ArbMedVVVerordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

    Regelt Pflichtvorsorge bei Infektionsgefährdung und Impfangebote für Beschäftigte.

Checkliste

Checkliste für die Begehung: Pflege

Diese Punkte sollten Sie vor Ort prüfen und in der Gefährdungsbeurteilung dokumentieren.
  • Sichere Instrumente in allen Bereichen mit Stichverletzungsrisiko im Einsatz
  • Durchstichsichere Abwurfbehälter an jedem Behandlungsplatz vorhanden
  • Hygieneplan und Hautschutzplan aktuell und ausgehängt
  • Hebehilfen vorhanden, funktionsfähig und Beschäftigte eingewiesen
  • Hepatitis-B-Impfstatus erfasst, Vorsorge angeboten
  • Mutterschutz-Beurteilung für alle Tätigkeitsbereiche dokumentiert
  • Notrufsystem für ambulante Pflege und Alleinarbeit geregelt
  • Meldeweg nach Stichverletzungen und Übergriffen bekannt

Vorgehen

So erstellen Sie die GBU für Pflege

  1. 1

    Bereiche und Tätigkeiten erfassen

    Erfassen Sie Stationen, Wohnbereiche und ambulante Touren sowie alle Tätigkeiten mit Patientenkontakt, Blutkontakt und Gefahrstoffen.

  2. 2

    Schutzstufen zuordnen

    Ordnen Sie infektionsgefährdende Tätigkeiten nach BioStoffV und TRBA 250 einer Schutzstufe zu und leiten Sie Hygiene- und PSA-Maßnahmen ab.

  3. 3

    Belastungen beim Transfer bewerten

    Bewerten Sie Patiententransfers nach Mobilität der Pflegebedürftigen und vorhandenen Hilfsmitteln, ergänzt um Schicht- und psychische Belastungen.

  4. 4

    Mutterschutz und Vorsorge festlegen

    Halten Sie fest, welche Tätigkeiten für Schwangere zulässig sind, und organisieren Sie Vorsorge, Impfangebote und Unterweisungen.

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Verwandte Vorlagen und Betriebsanweisungen

Häufige Fragen

Fragen und Antworten zur Pflege-GBU

Welche Berufsgenossenschaft ist für Pflege zuständig?

Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) ist zuständig. Sie versichert über 8 Millionen Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen.

Was muss bei Nadelstichverletzungen dokumentiert werden?

Jede Nadelstichverletzung muss im Verbandbuch dokumentiert werden. Die GBU muss sichere Instrumente, Entsorgungsbehälter und Notfallmaßnahmen festlegen.

Ist das Tool wirklich kostenlos?

Ja. Die erste GBU inklusive PDF-Download ist vollständig kostenlos — ohne Anmeldung. Mit einem kostenlosen Account können Sie bis zu 10 GBUs verwalten.

Kann ich die GBU selbst bearbeiten?

Ja. Alle Inhalte — ob aus Vorlagen oder KI-generiert — sind vollständig editierbar. Sie passen Gefährdungen, Maßnahmen und verantwortliche Personen direkt im Tool an.

Dürfen schwangere Pflegekräfte weiterarbeiten?

Ja, sofern die Gefährdungsbeurteilung nach MuSchG ergibt, dass unverantwortbare Gefährdungen ausgeschlossen sind. Tätigkeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko, Stichverletzungsgefahr, schwerem Heben oder Zytostatika sind dann umzugestalten oder ein anderer Arbeitsplatz anzubieten. Nur wenn beides nicht möglich ist, kommt ein betriebliches Beschäftigungsverbot in Betracht.

Was gilt für Alleinarbeit in der ambulanten Pflege?

Alleinarbeit ist nicht verboten, muss aber in der Gefährdungsbeurteilung gesondert betrachtet werden. Üblich sind festgelegte Meldezeiten, Notrufmöglichkeiten per Diensthandy oder Notrufgerät und klare Regeln für Einsätze bei bekannt aggressiven Personen. Bei hoher Gefährdung sind Einsätze zu zweit zu planen.

Zuletzt fachlich aktualisiert am . Die Inhalte orientieren sich an den Vorgaben von BGW und den aktuellen DGUV-Regeln. Sie ersetzen nicht die Beurteilung der konkreten Arbeitsbedingungen in Ihrem Betrieb.

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Diese Vorlage ist konform mit den Anforderungen der BGW und basiert auf aktuellen DGUV-Regeln.