Kostenlose Aceton-Betriebsanweisung · DGUV-konform

Betriebsanweisung Aceton — kostenlose Vorlage

Eine fertige, GefStoffV-konforme Betriebsanweisung für den Umgang mit Aceton nach TRGS 555. Direkt lesen, als PDF herunterladen oder mit KI an Ihren Betrieb anpassen.

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Betriebsanweisung · GefahrstoffAceton
  1. 1.Anwendungsbereich
  2. 2.Gefahren für Mensch und Umwelt
  3. 3.Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
  4. 4.Verhalten bei Störungen
  5. 5.Verhalten bei Unfällen — Erste Hilfe
  6. 6.Instandhaltung und Entsorgung
Labor / Werkstatt / Lagerbereich · Verwenden von Aceton (Propan-2-on) als Lösemittel zum Reinigen, Entfetten und Verdünnen

Überblick

Betriebsanweisung Aceton: das Wichtigste in Kürze

Sobald Beschäftigte mit Aceton reinigen, entfetten oder verdünnen, verlangt §14 GefStoffV eine schriftliche, arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung. Sie nennt die Einstufung des Stoffs, die Schutzmaßnahmen, das Verhalten bei Störungen und Unfällen sowie die sachgerechte Entsorgung; Aufbau und Inhalt beschreibt die TRGS 555.

Aceton ist leicht entzündbar, reizt die Augen stark und kann in hoher Konzentration benommen machen. Seine Dämpfe sind schwerer als Luft und sammeln sich in Senken, während die Flüssigkeit sehr schnell verdunstet. Ein Detail, das in vielen Anweisungen fehlt: Viele dünne Einweg-Nitrilhandschuhe bieten gegen Aceton nur kurzzeitigen Spritzschutz. Das geeignete Handschuhmaterial und die Tragedauer sollten Sie deshalb aus Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblatts übernehmen.

Ergänzen Sie Handelsname, Gebindegröße und den konkreten Verwendungszweck, damit die Anweisung zu Ihrem Produkt passt.

Die Vorlage

Vollständige Betriebsanweisung Aceton

Sofort einsatzbereit: lesen, als PDF herunterladen und am Arbeitsplatz aushängen.
Gefahrstoff

Betriebsanweisung Aceton

Arbeitsbereich:Labor / Werkstatt / LagerbereichTätigkeit:Verwenden von Aceton (Propan-2-on) als Lösemittel zum Reinigen, Entfetten und Verdünnen

1. Anwendungsbereich

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Diese Betriebsanweisung gilt für den Umgang mit Aceton (Propan-2-on) als Lösemittel, z. B. beim Reinigen, Entfetten und Verdünnen.

Sie ist von allen Beschäftigten zu beachten, die mit Aceton in Kontakt kommen — beim Umfüllen, Anwenden oder Lagern. Vor der ersten Benutzung ist eine Unterweisung durchzuführen. Grundlage sind die GefStoffV und die TRGS 555.

2. Gefahren für Mensch und Umwelt

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Aceton ist gemäß CLP-Verordnung als Gefahrstoff eingestuft:

  • GHS02 – Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar (H225): Dämpfe bilden mit Luft leicht entzündliche Gemische, die sich an Zündquellen wie Funken, heißen Oberflächen oder offenen Flammen entzünden können
  • GHS07 – Verursacht schwere Augenreizung (H319): Kontakt mit Flüssigkeit oder Dampf reizt die Augen stark
  • Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen (H336): Hohe Dampfkonzentrationen wirken narkotisch auf das Zentralnervensystem
  • Reizung der Atemwege beim Einatmen der Dämpfe
  • Hautentfettung bei wiederholtem oder längerem Hautkontakt, dadurch erhöhtes Risiko für Dermatitis
  • Dämpfe sind schwerer als Luft und können sich in Bodennähe, Gruben oder Kanälen ansammeln

3. Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

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  • Lagerung: Aceton nur in geschlossenen, gekennzeichneten Behältern an einem kühlen, gut belüfteten Ort fern von Zündquellen und Oxidationsmitteln lagern; nur die für die Schicht benötigte Menge am Arbeitsplatz bereithalten
  • Belüftung: Für gute Be- und Entlüftung des Arbeitsbereichs sorgen bzw. vorhandene technische Absaugung nutzen, damit sich keine explosionsfähige Atmosphäre bildet
  • Zündquellen: Striktes Rauchverbot und Verbot offener Flammen im Umgang mit Aceton; nur explosionsgeschützte elektrische Geräte verwenden und elektrostatische Aufladung beim Umfüllen durch Erdung vermeiden
  • Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille und lösemittelbeständige Schutzhandschuhe (z. B. Butylkautschuk; Material und Durchbruchzeit laut Sicherheitsdatenblatt, Abschnitt 8) tragen; bei hoher Dampfkonzentration oder unzureichender Belüftung zusätzlich Atemschutz verwenden
  • Behälter nach der Entnahme sofort dicht verschließen und Hautkontakt vermeiden

4. Verhalten bei Störungen

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  • Bei auslaufendem oder undichtem Behälter Arbeit sofort einstellen, Zündquellen im Umkreis entfernen und Bereich lüften
  • Verschüttetes Aceton mit geeignetem, nicht brennbarem Bindemittel aufnehmen und fachgerecht entsorgen — keine Einleitung in Abfluss oder Kanalisation
  • Beschädigte Gebinde nicht mehr verwenden und kennzeichnen
  • Vorgesetzte informieren; Störungen nur durch befähigte Personen beheben lassen

5. Verhalten bei Unfällen — Erste Hilfe

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  • Ruhe bewahren, Zündquellen entfernen und für Frischluft sorgen
  • Nach Augenkontakt: sofort mehrere Minuten mit Wasser an der Augenspüleinrichtung spülen, dabei Lidspalt weit öffnen, anschließend Augenarzt aufsuchen
  • Nach Hautkontakt: kontaminierte Kleidung entfernen, betroffene Hautstellen mit viel Wasser und Seife reinigen
  • Nach Einatmen: Betroffenen an die frische Luft bringen, bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Hilfe hinzuziehen
  • Bei Bränden Feuerlöscher einsetzen, Notruf 112 verständigen
  • Jeden Unfall dem Vorgesetzten melden und im Verbandbuch dokumentieren

6. Instandhaltung und Entsorgung

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  • Gebinde nach Gebrauch dicht verschlossen an einem kühlen, gut belüfteten Ort außerhalb der Reichweite von Zündquellen lagern
  • Acetonreste, kontaminierte Lappen und Bindemittel als Sonderabfall gemäß betrieblichem Entsorgungskonzept sammeln und entsorgen — nicht über den Hausmüll
  • Leere Gebinde nicht gewaltsam öffnen oder erhitzen; restentleerte Behälter nach Herstellervorgabe entsorgen
  • Regelmäßige Kontrolle der Lagerbestände und des Sicherheitsdatenblatts nach TRGS 555

Gefährdungen

Diese Risiken deckt die Betriebsanweisung Aceton ab

  1. Brand- und Explosionsgefahr

    Acetondämpfe bilden mit Luft leicht entzündliche Gemische, die sich an Zündquellen entzünden.

  2. Schwere Augenreizung

    Kontakt mit Flüssigkeit oder Dampf reizt ungeschützte Augen stark.

  3. Narkotische Wirkung

    Hohe Dampfkonzentrationen verursachen Schläfrigkeit und Benommenheit.

  4. Atemwegsreizung

    Einatmen der Acetondämpfe reizt Nase, Rachen und Atemwege.

  5. Hautentfettung

    Wiederholter Hautkontakt entfettet die Haut und begünstigt Dermatitis.

  6. Elektrostatische Aufladung

    Beim Umfüllen kann sich Aceton durch statische Entladung entzünden.

Rechtsgrundlagen

Warum eine Betriebsanweisung für Aceton Pflicht ist

Aceton ist ein leicht entzündlicher Gefahrstoff, der in Werkstätten, Laboren und der Industrie häufig und in größeren Mengen als Lösemittel eingesetzt wird. Nach §14 GefStoffV muss der Arbeitgeber für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen eine schriftliche, arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung erstellen und die Beschäftigten mindestens jährlich anhand dieser gemäß TRGS 555 unterweisen — verständlich, in einer für die Beschäftigten geeigneten Form und Sprache.
  • GefStoffVGefahrstoffverordnung

    §14 verlangt die Betriebsanweisung für Aceton sowie eine mündliche, mindestens jährliche Unterweisung mit allgemeiner arbeitsmedizinisch-toxikologischer Beratung.

  • TRGS 555Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten

    Legt Gliederung, Inhalte und Form der Gefahrstoff-Betriebsanweisung sowie die Durchführung der Unterweisung fest.

  • TRGS 510Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern

    Regelt, wie und in welchen Mengen das entzündbare Aceton im Betrieb und am Arbeitsplatz gelagert werden darf.

  • TRGS 400Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen

    Bildet die Grundlage, aus der sich die Schutzmaßnahmen der Betriebsanweisung für Aceton ableiten.

Unterweisung

Checkliste für die Unterweisung: Aceton

Die Betriebsanweisung ist Grundlage der Unterweisung. Diese Punkte sollten Sie dabei abdecken und dokumentieren.
  • Aktuelles Sicherheitsdatenblatt des verwendeten Acetonprodukts bereithalten
  • Handschuhmaterial und maximale Tragedauer aus Abschnitt 8 erklären
  • Nur Tagesbedarf am Arbeitsplatz, Vorrat im Gefahrstofflager oder Sicherheitsschrank
  • Beim Umfüllen Behälter erden und nur gekennzeichnete Gefäße verwenden
  • Dämpfe sammeln sich am Boden: Senken und Gruben lüften
  • Getränkte Lappen in verschließbaren, gekennzeichneten Behältern sammeln
  • Standort und Bedienung der Augenspüleinrichtung zeigen
  • Arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung in die Unterweisung einbeziehen

Vorgehen

Vom Download zum Aushang in 4 Schritten

  1. 1

    Produkt und Zweck eintragen

    Ergänzen Sie Handelsname, Hersteller und Gebindegröße sowie den Einsatz, etwa Reinigen von Werkzeugen oder Entfetten vor dem Kleben. Gleichen Sie H- und P-Sätze mit dem aktuellen Sicherheitsdatenblatt ab.

  2. 2

    Am Verwendungsort aushängen

    Hängen Sie die Anweisung dort aus, wo Aceton tatsächlich verwendet wird, etwa am Laborabzug, Reinigungstisch oder neben dem Lösemittelschrank.

  3. 3

    Notfallkontakte ergänzen

    Tragen Sie Ersthelfer, das zuständige Giftinformationszentrum, den nächsten Feuerlöscher und die Augenspüleinrichtung mit Standort ein.

  4. 4

    Mündlich unterweisen und dokumentieren

    Besprechen Sie die Anweisung mündlich am Arbeitsplatz, halten Sie Datum, Inhalt und Unterschriften fest und wiederholen Sie dies mindestens jährlich.

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Häufige Fragen

Fragen und Antworten zur Betriebsanweisung Aceton

Ist eine Betriebsanweisung für Aceton Pflicht?

Ja. Aceton ist als leicht entzündlicher und augenreizender Gefahrstoff eingestuft. Nach §14 GefStoffV in Verbindung mit TRGS 555 muss der Arbeitgeber eine schriftliche, arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung erstellen und die Beschäftigten regelmäßig unterweisen.

Was muss in der Betriebsanweisung Aceton stehen?

Anwendungsbereich, Gefahren für Mensch und Umwelt, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, Verhalten bei Störungen, Verhalten bei Unfällen (Erste Hilfe) sowie Instandhaltung und Entsorgung — inklusive der GHS-Piktogramme und H-/P-Sätze aus dem Sicherheitsdatenblatt. Diese Vorlage enthält alle Abschnitte bereits ausgefüllt.

Kann ich die Betriebsanweisung kostenlos als PDF herunterladen?

Ja. Sie können die fertige Vorlage direkt als PDF herunterladen. Optional lässt sich ein Unterweisungsnachweis mit Unterschriftenzeilen anhängen.

Darf ich die Vorlage an meinen Betrieb anpassen?

Ja, das ist sogar erforderlich. Eine Gefahrstoff-Betriebsanweisung muss tätigkeits- und arbeitsplatzbezogen sein und auf das konkrete Produkt bzw. Sicherheitsdatenblatt abgestimmt werden. Mit AMS-Pro passen Sie die Vorlage mit KI-Unterstützung an Ihren Betrieb an.

Welche Schutzhandschuhe eignen sich für Aceton?

Aceton durchdringt viele gängige Handschuhmaterialien schnell; dünne Einweg-Nitrilhandschuhe schützen meist nur kurz gegen Spritzer. Für längeren Kontakt nennen Sicherheitsdatenblätter häufig Butylkautschuk. Maßgeblich sind Material, Schichtdicke und Durchbruchzeit aus Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblatts Ihres Produkts.

Muss geprüft werden, ob Aceton ersetzt werden kann?

Ja, die Gefahrstoffverordnung verlangt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eine Substitutionsprüfung, konkretisiert in der TRGS 600. Je nach Anwendung kommen wässrige Reiniger oder weniger leicht entzündbare Lösemittel in Frage. Das Ergebnis ist zu dokumentieren, auch wenn Aceton aus technischen Gründen beibehalten wird.

Zuletzt fachlich aktualisiert am . Die Inhalte orientieren sich an den Vorgaben von GefStoffV / TRGS 555 und den aktuellen DGUV-Regeln. Sie ersetzen nicht die Beurteilung der konkreten Arbeitsbedingungen in Ihrem Betrieb.

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Diese Betriebsanweisung orientiert sich an den Vorgaben der GefStoffV / TRGS 555 und aktuellen DGUV-Regeln.